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Mittwoch, Juli 30, 2014

Das Penthouse wird angeliefert

Die zahlreichen Baustellen in der Stadt sorgen nicht nur für Lärm und Staub. Es entsteht auch sehr viel Verkehr. Denn im Grunde wird jedes einzelne Haus komplett vom Keller bis zum Dach per LKW angeliefert: Beton, Armierungsstahl, Steine, Dämmung, Türen, Fenster, technische Ausrüstung, Dachziegel und so weiter. Streng genommen entfällt ein nicht geringer volumenmßiger Anteil noch zusätzlich auf die Abfuhr des Kelleraushubs und den Auf- und Abbau von Baumaschinen. Nicht zu diesen Verkehrsströmen gerechnet sind dabei die An- und Abfahrten der Bauarbeiter.

Rein vekehrsmäßig wäre es vermutlich am Günstigsten, notwendigen Wohnraum durch die Errichtung von Penthäusern auf vorhandenen Häusern zu schaffen. Sie benötigen keine Extra-Fundamente, die Anschlüsse für Wasser und Strom müssen nicht neu gegraben werden - ja, sogar die Kosten für die amtlich vorgeschriebenen Hausnummern können gespart werden.
Wie kompakt ein solches Penthouse angeliefert werden kann, erfahre ich heute morgen beim Blick aus dem Fenster: Dort steht ein großer weißer LKW, vollbeladen mit allem, was es für das Penthouse braucht. Nun muss der ganze Krempel nur noch aufs Dach und dort zusammengeschraubt werden. ich bin gespannt.

Wiese Weite Wohnen


Dienstag, Juli 29, 2014

Briefträgerin

Heute treffe ich seit längerem einmal wieder unsere Briefträgerin. Sie weiß alles über mich. Als ich vor einigen Jahren in eine andere Wohnung im gleichen Straßenblock zog, stand kurzeitig an beiden Wohnungen mein Name. Das bemerkte sie sofort: "Ziehen Sie um oder zieht ein Verwandter gleich um die Ecke in die Frankfurter Allee?", fragte mich die Frau nur wenige Tage später. Sofort hatte sie ein paar gute Tips auf Lager, wie der Umzug posttechnisch zu bewerkstelligen sei. Leider habe ich in dieser Hinsicht wohl versagt. Obwohl es Jahre her ist, sagt mir die Briefträgerin immer noch regelmäßig: "Da ist vor kurzem wieder Post für Sie in der Proskauer Straße gelandet. Naja, ich weiß ja, dass Sie da nicht mehr wohnen. Aber ich muß die Post an die Adresse zustellen, die vermerkt ist..."
Heute hingegen begann sie das Gespräch mit den Worten: "Wieder nix für Sie dabei. Sie bekommen ja eh wenig Post..." Ich wollte schon irgendwas entgegnen - also konkret wollte ich sie bitten, die DIN A4-Umschkäge nicht immer so scharf zu knicken, bevor sie sie durch den Schlitz des Briefkastens steckt. Wir bekommen öfters Bewerbungsmappen oder Diplomarbeiten von Studenten zugeschickt. Da der denkmalgeschützte Schlitz unseres denkmalgeschützten Hauses etwas zu klein für moderne Postsendungen ist, sehen die Mappen nach der Zustellung leider oft so aus, als hätte sie ein ukrainischer Separatist aus den Trümmern von MH 17 geplündert.
Doch ich kam gar nicht dazu, etwas zu sagen, denn die Briefzustellerin hatte nun ihrerseits das Bedürfnis, mir aus ihrem Leben zu erzählen: "Ich bekomme ja auch wenig Post. Mein Sohn ist immer noch in China. Da skypen wir. In China gibt es gar keine richtigen Briefzusteller. Die haben zwar Briefkästen, nutzen sie aber für sonstwas. Post wird selten ausgetragen. Das dauert ewig. Nein, wir chatten lieber" Ihre Familie ist zerrissen. Ihr Sohn ist mir einer Frau aus Panama zusammen. Sie haben vor kurzem in China geheiratet. Eine kirchliche Trauung soll nun folgen - in Panama. Im Januar. "36 Grad hat es da", sagt sie. Ich sage: "Oh, da muss man dann mit dem Alkoholtrinken wohl aufpassen". Sie wiegelt ab. Das würde schon gehen. Der Flug sei schlimmer. Sie spricht kein englisch. Deshalb fliegt sie über Amsterdam: "Die Holländer müssten deutsch verstehen", hofft sie.
Eigentlich bin ich selbst schuld daran, dass die Briefträgerin mich so gut auf dem Schirm hat. Vor einigen Jahre hatte mir ein Mitbewohner mal ein "Projekt" aufgehalst. Eine Dienstleistungs-Testagentur war von der Deutschen Post beauftragt worden, die Qualität der Zustellung zu überprüfen. Dazu benötigten sie Testpersonen, denen Sendungen zugestellt werden sollten. Mein Mitbewohner hatte sich gemeldet - obwohl er in den Semesterferien kaum da war. Also bekam ich nun jede Menge interessanter Post: Einschreiben, Briefe in Übergröße, Büchersendungen und so weiter. Bei mir trudelten plötzlich mehr Einschreiben ein als bei Fichte, der damals unter mir wohnte und als der Punk im Haus galt.
Die Sendungen waren meistens leer. Aber in den Büchersendungen waren oft Schreibblöcke enthalten, damit das Gewicht stimmte. Eine gute Angelegenheit für mich als Student. Bis heute brauche ich mir kaum mehr Schreibblöcke zu kaufen. Auch Briefmarken gab es als Belohnung für die Teilnahme am Test. Es ist schwer zu glauben, dass die Briefträgerin nicht merkte, was da lief. Ich freute mich jedes Mal insgeheim diebisch über ihren neugierig-fragenden Gesichtsausdruck, wenn ich ihr an drei hintereinanderfolgenden Tagen betont entspannt die Entgegennahme eines Einschreibens quittierte. Doch spätestens seit dieser Zeit stehe ich bei ihr unter verschärfter Beobachtung.

Montag, Juli 28, 2014

Lauter Verrückte

Bei dem schwülheißen Sommerwetter sind sie gehäuft anzutreffen: Verrückte in der Stadt. Heute kreuzen gleich drei meine Wege.
Auf Nr. 1, einen jungen Mann, werde ich durch ein lautes "Ping Ping Ping" aufmerksam, das von einer auf dem TU Campus aufgestellten Säule hinüberschallt. Der Mann scheint dem Sandsteinsockel der etwa 12 m hohen Säule ernsthaft zu Leibe rücken zu wollen. Ich bin mit meiner Kollegin Kathrin auf dem Weg in die Cafeteria. Wir schauen uns besorgt an. Bei näherem Hinsehen entdecken wir, dass der Mann mit einem Stein nicht direkt auf den Sockel haut, sondern einen darauf abgelegten Kronkorken platt zu hauen versucht. Dabei erzählt er Dinge. Wir bleiben stehen, denn so etwas Interessantes ist nicht oft auf dem Campus zu sehen. Zwei weitere Kollegen, die gerade aus der Cafeteria kommen, gesellen sich dazu. Argwöhnisch schaut der Mann zu uns und erzählt weitere Dinge, in leicht drohendem Tonfall. Wir bemühen uns um den Anschein, als würden wir rein zufällig dort stehen. Dann kommt unsere gestrenge Buchhalterin dazu, die sich in ihrem Büro genervt fühlte und holt den Sicherheitsdienst. Fünf Wachleute in dunkelblauer Uniform beenden das Treiben.
Nr. 2 marodiert auf dem Strausberger Platz. Ein etwa Fünfzigjähriger Mann mit längeren Haaren, aber durchaus nicht ungepflegt wirkend, hat dort eine Bank mit Gegenständen und einer Puppe belegt, die ein Schild mit unflätigen Beschimpfungen hält. Er selbst trägt ein ärmelloses weißes Shirt, auf dem "Fuck you all" und anderes in ähnlicher Preisklasse steht. Er wandelt mit ausgebreiteten Armen über den Platz und proklamiert unter anderem, dass Frauen keine BH´s tragen sollten und "jede Pussy gefickt" gehöre. Hmm. Wirkt einerseits, als wenn er zu viel Drogen genommen hätte, andererseits aber auch leicht bedrohlich, insbesondere, als er zwei Frauen hinterhergeht und dabei seine Botschaften herausbrüllt. Er wird aber nicht handgreiflich - und so kann er sein Treiben wohl eine ganze Weile ungestört fortsetzen.
Nr. 3 ist eine Frau. Sie hat sich einen kleinen Stoffhund besorgt und versucht damit die vor dem Edeka angebundenen Hunde zu unterhalten. Das Stofftier hat sie vor einem etwas größeren Hund aufgebaut und sich selbst daneben auf dem Boden niedergelassen. Sie grinst den großen Hund an und fordert ihn auf: "Nun spiel doch mit ihm". Das will zwar nicht funktionieren, aber einen Versuch war es allemal wert.

Dienstag, Juli 15, 2014

Fanhansa überm Frankfurter Tor


Montag, Juli 14, 2014

Wiese Weite Wohnen


Sonntag, Juli 13, 2014

Prognose

Wieder ein Unfall, in das ein Auto mit Deutschland-Fähnchen verwickelt ist. Nach dem 7:1 vom Dienstag nehme ich die Karambolage, die sich direkt vor unserem Haus ereignet, jedoch als gutes Omen. Angesichts des eher geringen Blech- beziehungsweise Plasteschadens an Stoßstange und Lampen wird es gegen Argentinien aber wohl nicht ganz so viele Tore geben wie gegen Brasilien, als ich am Spieltag zwei wesentlich krassere Unfälle gesehen habe.

Mittwoch, Juli 09, 2014

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Dienstag, Juli 08, 2014

Vor dem Spiel

Irgendwie sind in der Stadt heute alle etwas durch den Wind. Der Morgen und Vormittag war schwül und trotz des Regens heiß. Als dann am Nachmittag das Gewitter und schwerer Regen einsetzte, brachte das offenbar den Zeitplan vieler Menschen durcheinander, die vor dem abendlichen Fußballspiel noch so manches zu erledigen hatten. Schon morgens auf dem Weg zur Arbeit hätte mich ein Rechtsabbieger fast vom Rad gefegt - das passiert mir auf dem Weg zur Arbeit sonst selten. Im Großen und Ganzen achten Autofahrer auf dieser Strecke ganz gut auf Radfahrer.
Auf dem Heimweg kam ich gleich an zwei schweren Autounfällen vorbei: An der Kreuzung Karl-Liebknecht- Ecke Spandauer Straße war ein PKW einem anderen voll in die Seite gekracht. Die Fahrzeuge waren beide stark lädiert. Eines hatte zwei Deutschlandfahnen am Dach und einen rauchenden Motor - hoffentlich kein Menetekel für das Brasilien-Spiel heute... Eine Unfallbeteiligte, die mit einem kleinen Kind unterwegs war, schrie die ganze Zeit hysterisch herum. Ihre durchdringende Stimme schallte über die gesamte leere Fläche, von der Nikolaikirche bis fast zur Schlossbaustelle. Das Kind war einfach nicht in der Lage, seine Mutter zu beruhigen. Sollten Kinder doch heute können ^^.
Birgit kam eine Viertelstunde später an der Kreuzung vorbei. Da schrie die Frau immer noch. Aber die Polizei war mittlerweile eingetroffen. Ein Polizist sagte zu den Insassen des anderen Autos, ein Paar, das verängstigt oder verstört - oder beides - vor dem Wrack stand und zu der schreienden Frau hinüberschaute: "Die ist halt hysterisch". Sonst unternahmen die Beamten nichts, um die Frau zu beruhigen. Vielleicht waren sie abgestumpft.
Denn am Frankfurter Tor bot sich mir kurze Zeit eine ganz ähnliche Szene. Auch dort war ein PKW einem anderen frontal in die Seite gekracht. Airbags hatten ausgelöst, beide Fahrzeuge waren auch hier nicht mehr fahrfähig.
Schon am Freitag, vor dem letzten Deutschlandspiel hatte es nur wenige hundert Meter weiter an der Ecke Niederbarnimstraße einen nahezu identischen Unfall gegeben. Eine seltsame Häufung. Eine Verschwörung von Leuten, die Zeichen gegen die Wegnahme von Jogis Fahrerlaubnis setzen wollen? Wahrscheinlich ist es so.

Montag, Juli 07, 2014

Wiese Weite Wohnen


Das Gerüst kommt

Eigentlich sollte die Sanierung der Balkone unseres Hauses bis Ende letzten HJahtre abgeschlossen sein. Die Homecenter nannte immer wieder Begründungen für Verzögerungen. Dann wurde der 2. Juni 2014 als Termin für den Baubeginn genannt, doch der verstrich genau so fruchtlos wie der zuvor genannte Termin für die Errichtung der Penthäuser.
Heute früh jedoch erlebe ich eine Überraschung. Gerüstbauer haben tatsächlich damit begonnen, ein Baugerüst vor dem hinteren Balkon zu errichten. Vielleicht geht es doch bald los mit der dringend erforderlichen Sanierung.

Freitag, Juli 04, 2014

Mein kleiner grüner Kaktus...

...steht draußen am Balkon. Und er blüht derzeit giftig rot.

Dienstag, Juli 01, 2014

Wiese Weite Wohnen